Eine Sprache wie ein Spiel

In der vorletzten Ausgabe (MDZ Nr. 382) haben wir uns bereits mit Esperanto und seiner Entstehungsgeschichte beschäftigt. In dieser Ausgabe zeigen wir, was an dieser Plansprache besonders ist.

Diese Postkarte wurde 1906 anlässlich des 2. Esperanto-Weltkongresses in Genf (Schweiz) herausgegeben. Selbstverständlich in Esperanto. / www.onb.ac.at/esperantomuseum

Von Kristina Großehabig

Esperanto ist eine künstliche Sprache, die bereits 1887 von dem Polen Ludwik Lejzer Zamenhof konstruiert wurde und zur Verständigung der Menschen verschiedener Nationen dienen sollte.

Esperanto gilt aus vielerlei Gründen als leicht erlernbar. Für Lernanfänger ist es sehr hilfreich, dass die Sprache so geschrieben wie gesprochen wird, das heißt, jeder Laut entspricht einem Buchstaben. Die Betonung liegt dabei immer auf der zweiten Silbe. Die Grammatik des Esperanto weist nur sechzehn Grundregeln auf und kennt außerdem keine Deklinationen oder unregelmäßige Verben. So gibt es beispielsweise nur zwei Fälle (Nominativ und Akkusativ) und eine Konjugationsform, die bei allen Verben gleich ist. Das Verb „sein“ lässt sich somit wie folgt konjugieren: mi estas – ich bin, vi estas – du bist, ni estas – wir sind usw. Zudem haben alle Wortformen immerzu einheitliche Endungen. So enden alle Substantive im Singular auf -o (hundo – Hund) und im Plural wird noch die Endung -j angehängt (hundoj – Hunde), Verben enden im Infinitiv auf -i (sporti – Sport treiben) und Adjektive – auf -a (bonvola – gütig). Esperanto verfügt darüber hinaus über viele internationale Wörter wie studento oder universitato.

Die Sprache und auch die Kultur des Esperanto werden weltweit von den Sprechern sehr gepflegt. Jedes Jahr wird beispielsweise ein Esperanto-Weltkongress in einer anderen Stadt veranstaltet. Hierbei finden nicht nur Sitzungen und Besprechungen des Esperanto-Weltbundes sowie von kleineren Organisationen statt, sondern es gibt außerdem ein umfangreiches Kulturprogramm. Auch außerhalb dieses Kongresses trifft man immer wieder auf die Esperanto-Kultur. So gibt es neben vielen Büchern zum Beispiel auch Theaterstücke, Filme und Musikstücke, in denen diese künstliche Sprache verwendet wird. Die Sprachgemeinschaft verfügt sogar über eine Hymne, die den Titel „La Espero“ (Hoffnung) trägt und eigentlich ein Gedicht von Ludwik Lejzer Zamenhof ist.

Esperanto ist heute eine Sprache, die man anders als Deutsch, Englisch, Russisch oder Französisch nicht in der Schule lernen kann. In vielen Städten werden aber Sprachkurse angeboten, die jeder Lernwillige besuchen kann. Zudem gibt es Bücher und Online-Programme, mit denen man sich die Sprache auch selbst beibringen kann. Wer nun gerne Esperanto lernen möchte, dem wünschen wir „Multa amuzo kaj multan sukceson“ (Viel Spaß und viel Erfolg).

 

 

 

 

 Lesehilfe

die Plansprache – плановый язык; искусственный язык
auf etwas eingehen – (подробно) останавливаться на чем-либо
aus vielerlei Gründen – по разным причинам
erlernbar – поддающийся изучению
der Laut – звук
die Betonung – ударение
die Silbe – слог
die Deklination – склонение
die Konjugation – спряжение
anhängen – добавлять
beibringen – обучать

 

Aufgabe

Fülle die Lücken aus.
a) domo – ____; domoj – Häuser
b) studento – Student;
studentoj – _________
c) bildo – Bild; bildoj – ______
d) ____ – Mann; viroj – Männer
e) viriono – ____; virinoj – Frauen
f) nomo – Name; nomoj – _____
g) tablo – Tisch; ______ – Tische
h) libro – Buch; libroj – ______
i) ____ – Hand; manoj – Hände
j) robo – Kleid; roboj – _______

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Lösungen

a) Haus; b) Studenten; c) Bilder; d) viro; e) Frau; f) Namen; g) tabloj; h) Bücher; i) mano; j) Kleider.

 

 

 

 

 

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One Response to “Eine Sprache wie ein Spiel”
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